Geschlecht als Fehldiagnose

Sportlerinnen erleiden wesentlich häufier traumatische Knieverletzungen, besonders Rupturen des vorderen Kreuzbandes (VKB) als Sportler. Im Schnitt haben Sportlerinnen, je nach Sportart, ein bis zu achtmal erhöhtes Risiko, sich zu verletzen. Als Grund für diese gravierenden Unterschiede zu Sportlern werden häufig Argumente bezüglich der vermeintlich geschlechtsspezifischen Unterschiede aufgeführt (zum Beispiel hormonelle und skelettale Unterschiede, Menstruationszyklus), obwohl diese bei genauerer Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht haltbar sind. Leider führen solche unzurechenden Erklärungen zu einer Vernachlässigung der Bedeutung und Trainierbarkeit von modizifierbaren Risikofaktoren, verhärten die Voreingenommenheit und beeinflussen die notwendigen, jedoch oftmals unzureichenden Trainingsmöglichkeiten. Im folgenden Artikel zeigen wir auf, welche Auswirkungen Trainingsquantität und -qualität im Verlauf einer aktiven Karriere auf das Verletzungsrisiko haben - unabhängig vom Geschlecht.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Leistungssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2024
Jahrgang:54
Heft:4
Seiten:38-41
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel