Kurzfristige Intervention im Sportspiel: Eine Untersuchung zur inhaltlichen Gestaltung und Effektivität von Halbzeitbesprechungen im Hallenhandball

Eine empirische Untersuchung an 41 Spielen der Hallenhandball-Bundesliga setzt sich mit folgenden Fragen auseinander: Wie werden Halbzeitbesprechungen inhaltlich gestaltet und welche Auswirkungen ergeben sich für den weiteren Spielverlauf? Ausgewählte Ergebnisse: Durchschnittlich 80% der Gesamtwortzahl bezieht sich in den Halbzeitbesprechungen auf taktische Inhalte. Dieser relativ sehr hohe Anteil verdeutlicht,daß die Möglichkeit der verbalen Einflußnahme von den Trainern als sehr hoch eingeschätzt wird. Dem Angriffsverhalten wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet (54,1%) als dem Abwehrverhalten (45,9%). In den Mannschaftsbesprechungen in der Woche vor dem Wettkampf ist dies genau umgekehrt (40/60). Durchschnittlich 47,7% der in den Halbzeitbesprechungen gegebenen Informationen beziehen sich auf den Gegner, 48,4% auf die eigene Mannschaft und 3,9% auf den Schiedsrichter. Allerdingst treten hierbei große trainerspezifische Unterschiede auf. Keinen Einfluß haben die Spielorte und die relative Spielstärke der Mannschaften. Während bei der Thematisierung des Gegners zu 67,6% Stärken angesprochen werden, wird bei der eigenen Mannschaft der Beseitigung der Schwächen wesentlich mehr Bedeutung beigemessen (77,3%). Die Situationsklasse "Gegenstoß/ALngriff" nimmt nur einen Bruchteil der Halbzeitbesprechungen in Anspruch.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Spielsportarten
Veröffentlicht in:Leistungssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1991
Ausgabe:21(1991)4, S. 24-30
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/ls/1991_4_24-30_Kuchenbecker.pdf
Jahrgang:21
Heft:4
Seiten:24-30
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch