Untersuchung des Kraftverlaufs beim Tiefstart

Mit Hilfe dynamometrischer Messungen wurden die während des Startvorgangs auftretenden Kräfte beider Beine registriert. Der Verlauf dieser Kräfte, die vom Startschuss bis zum Verlassen des Startblocks aufgezeichnet wurden, lässt erkennen, dass zum Aufbau der Muskelkräfte nach erfolgtem Startschuss eine gewisse Zeit benötigt wird. diese Reaktionszeit hängt von sinnesphysiologischen Gesetzmäßigkeiten ab, die aller Wahrscheinlichkeit nach ein Unterschreiten eines bestimmten Grenzwertes nicht erlauben. Tritt der Kraftanstieg aufgrund der Reaktion des Läufers früher ein als es nach diesem Mindestwert wahrscheinlich ist, so liegt mit ziemlicher Sicherheit ein hineinfallen in den Startschuss bzw. ein Fehlstart vor. Dieser Grenzwert scheint nach Untersuchungen der Verf. etwa 0,10 Sec zu betragen. Fehlstartanzeigen, wie sie vermutlich in Zukunft mehr und mehr wegen der anzustrebenden Chancengleichheit bei der vorhandenen Leistungsdichte Verwendung finden werden, müssen sich an einem derartigen Mindest-reaktionswert orientieren, der 0,10 sec nicht unterschreiten sollte. Während dieser Zeit darf eine bestimmte Vorspannung, die sich aus dem Abstützen des Läufers auf den Startblöcken ergibt, nicht überschritten werden. Als brauchbarer Grenzwert der Vorspannung kann der Wert von 250 n für die von beiden Beinen aufgebaute Kraft in horizontaler Richtung verwendet werden. Schumacher
© Copyright 1975 Leistungssport. Philippka Sportverlag. Veröffentlicht von Limpert Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Leistungssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Frankfurt/Main Limpert Verlag GmbH 1975
Ausgabe:5(1975)6, S. 433-438
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/ls/1975_6_433-438_Schnauber.pdf
Jahrgang:5
Heft:6
Seiten:433-438
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch